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Mahnung — Überfällige Rechnungen professionell einfordern

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Was ist eine Mahnung?

Eine Mahnung ist ein Schreiben, das ausgestellt wird, wenn eine Rechnung nach Ablauf der Zahlungsfrist nicht beglichen wurde. Sie kann die Originalrechnung mit dem Zusatz „ÜBERFÄLLIG" oder „MAHNUNG" erneut versenden — teilweise auch als Mahnbescheid bezeichnet.

Eine professionelle Mahnung enthält:

  • Die Originaldaten der Rechnung (Nummer, Datum, Positionen, Betrag)
  • Eine klare Kennzeichnung als „MAHNUNG" oder „ZAHLUNGSERINNERUNG"
  • Das ursprüngliche Fälligkeitsdatum und die Anzahl der Verzugstage
  • Etwaige Verzugszinsen und Mahngebühren
  • Aktualisierte Zahlungsanweisungen und eine neue Zahlungsfrist

Bewährte Mahnstrategie für offene Rechnungen

  • Tag 1 (Fälligkeitsdatum): Freundliche Zahlungserinnerung — „Erinnerung: Rechnung RE-045 ist heute fällig"
  • Tag 7: Erste Mahnung mit beigefügter Rechnung — sachlich und höflich
  • Tag 14: Zweite Mahnung mit Hinweis auf Verzugszinsen und gesetzliche Ansprüche
  • Tag 30: Letzte Mahnung mit Ankündigung weiterer Schritte (Inkasso, Mahnbescheid)
  • Ab Tag 45: Eskalation — Inkassounternehmen oder gerichtliches Mahnverfahren

Verzugszinsen und Mahngebühren

Nach deutschem Recht hast du als Gläubiger automatische Ansprüche bei Zahlungsverzug im B2B-Bereich:

  • Verzugszinsen: 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der EZB (§ 288 BGB)
  • Pauschaler Schadensersatz: 40 € Verzugspauschale bei Geschäften zwischen Unternehmen (§ 288 Abs. 5 BGB)
  • Diese Ansprüche gelten ohne gesonderte Vertragsklausel — sie entstehen kraft Gesetzes

Weise Verzugszinsen und Mahngebühren als separate Positionen auf der Mahnung aus.

Häufig gestellte Fragen

Wie füge ich eine Mahngebühr zur überfälligen Rechnung hinzu?

Füge eine neue Position mit der Beschreibung „Mahngebühr" oder „Verzugszinsen" und dem berechneten Betrag hinzu. Zeige den ursprünglichen Rechnungsbetrag und die Mahngebühr als separate Positionen vor der Gesamtsumme.

Darf ich Verzugszinsen ohne Vertragsklausel berechnen?

Ja. Im B2B-Bereich gelten die gesetzlichen Verzugszinsen (9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz) automatisch nach Eintritt des Verzugs — ohne besondere Vereinbarung im Vertrag.

Wie viele Mahnungen soll ich vor der Eskalation versenden?

Üblicherweise drei Mahnungen über 30–45 Tage, bevor du an ein Inkassounternehmen oder das gerichtliche Mahnverfahren übergibst. Dokumentiere alle Kommunikation — du benötigst sie möglicherweise als Nachweis.

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